Fachwerk – Tradition trifft Handwerkskunst


Fachwerkgebäude gehören zu den schönsten und charaktervollsten Bauwerken unserer Kulturlandschaft. Ihre sichtbaren Holzbalken, die mit Lehm, Kalk oder anderen Materialien ausgefachten Gefache und ihre unverwechselbare Optik machen sie zu echten Zeitzeugen – und zu einer besonderen handwerklichen Herausforderung.

Als Stuckateurmeister sind wir regelmäßig an Fachwerkgebäuden tätig: bei der Sanierung historischer Substanz ebenso wie bei der fachgerechten Neuausführung von Gefachen. Dabei ist eines immer gleich: Fachwerk verzeiht keine Fehler und verlangt nach echtem Fachwissen.


Was macht Fachwerk so besonders?

Ein Fachwerkgebäude ist ein lebendiges Konstrukt. Das Holzgerüst arbeitet ständig – es dehnt sich bei Wärme aus, zieht sich bei Kälte zusammen, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Diese natürliche Bewegung ist gewollt und macht die Stärke des Fachwerks aus. Gleichzeitig stellt sie höchste Anforderungen an die Materialien, die in den Gefachen – also den Feldern zwischen den Holzbalken – zum Einsatz kommen.

Der entscheidende Grundsatz lautet: Das Füllmaterial muss weicher und flexibler sein als das Holz. Nur so kann es die Bewegungen des Tragwerks mitmachen, ohne zu reißen oder sich vom Untergrund zu lösen. Harte, zementgebundene Putze sind daher am Fachwerk fehl am Platz – sie führen unweigerlich zu Schäden.


Die Gefache – Herz des Fachwerkgebäudes

Die Gefache sind die ausgefüllten Felder zwischen den Holzbalken. Historisch wurden sie mit verschiedensten Materialien gefüllt:

Bei der Sanierung gilt: So original wie möglich, so modern wie nötig. Wir prüfen bei jedem Gebäude genau, welche Methode der historischen Ausführung am nächsten kommt und gleichzeitig dauerhaft hält.


Lehmputz am Fachwerk – die erste Wahl

Für die Ausputzung von Fachwerkgefachen ist Lehmputz das Material der Wahl – und das aus guten Gründen:


Kalkputz als Außenschutz

Während Lehm im Innenbereich und als Grundputz ideal ist, kommt im Außenbereich häufig Kalkputz als abschließende Schicht zum Einsatz. Kalk ist witterungsbeständig, diffusionsoffen und schützt den darunterliegenden Lehmziegel vor Regen und Frost. Gleichzeitig ist er flexibel genug, um die Bewegungen des Fachwerks zu tolerieren – vorausgesetzt, er wird in der richtigen Mischung und Schichtstärke aufgetragen.

Wichtig: Der Übergang zwischen Holzbalken und Putz ist die kritischste Stelle am gesamten Gefach. Hier muss der Putz vom Holz durch einen Kellenschnitt getrennt werden.


Fachwerk und Wärmeschutz – ein Balanceakt

Eine häufige Frage bei der Fachwerksanierung lautet: Wie lässt sich der Wärmeschutz verbessern, ohne die historische Substanz zu gefährden?

Die Antwort ist komplex, denn Fachwerk und moderne Dämmvorstellungen sind nicht immer einfach zu vereinbaren. Eine Außendämmung scheidet bei sichtbarem Fachwerk in der Regel aus. Möglichkeiten sind:

Wir arbeiten bei Bedarf eng mit Energieberatern und Denkmalpflegern zusammen, um die beste Lösung für Ihr Gebäude zu finden.


Denkmalschutz und Fachwerkgebäude

Viele Fachwerkgebäude stehen unter Denkmalschutz – und das zurecht. Sie sind baukulturelles Erbe, das es zu erhalten gilt. Bei denkmalgeschützten Objekten gelten besondere Anforderungen an Materialien und Ausführung. Wir kennen diese Anforderungen, arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen und dokumentieren unsere Arbeit sorgfältig.

Unser Ziel ist immer dasselbe: Die Substanz erhalten, die Optik bewahren, die Funktion sicherstellen.

← Zurück zur Übersicht Projekt anfragen